Jérôme Kerviel (in german)
05. Februar 2008 Im Spekulationsskandal bei der französischen Großbank Société Générale hat der beschuldigte Händler Jérôme Kerviel sich erstmals selbst öffentlich geäußert. Er trage „einen Teil der Verantwortung“, wolle aber nicht der „Sündenbock“ der Bank sein, sagte Kerviel am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Paris. Einzelheiten zu seinen ungenehmigten Spekulationen wollte der 31-Jährige nicht nennen. Dies werde er vor den Richtern tun, sagte Kerviel, der sich im Büro seiner Anwältin Elisabeth Meyer äußerte. Die Société Générale beschuldigt Kerviel, ihr einen Verlust von 4,82 Milliarden Euro beschert zu haben, indem er mehr als 50 Milliarden Euro für ungenehmigte Termingeschäfte auf Aktienindizes einsetzte.
„Man verliert das Gefühl für Summen, wenn man in diesem Beruf arbeitet“, sagte Kerviel weiter. Der wahre Wert des Geldes verschwinde. „Man lässt sich ein bisschen davontragen.“ Kerviel betonte wie bereits in seinen Vernehmungen, dass er sich niemals persönlich habe bereichern wollen. „Ziel war, für die Bank Geld zu verdienen.“ Vorwürfe, er sei „instabil“, wies der 31-Jährige vehement zurück: „Ich bin weder selbstmordgefährdet noch depressiv.“ Trotz des enormen Drucks auf ihn in den vergangenen Tagen habe er „nie an Flucht gedacht“.